Sarrazin und die Eugeniker

Samstag, 4 September 2010, 12:55 | Category : Gesellschaft, Immigration
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Ich muss einfach mal das Zitat von Schirrmacher aus der FAS, das Konrad drüben bei BLOG bringt, zum Teil hierherholen (leider nicht online):

Es ist erstaunlich, in einem Kapitel über die moderne Arbeitswelt folgende Sätze zu lesen: “Jeder Hunde- und Pferdezüchter lebt davon, dass es große Unterschiede im Temperament und Begabungsprofil der Tiere gibt und dass diese Unterschiede erblich sind. Das heißt auch, dass manche Tiere schlichtweg dümmer oder wesentlich intelligenter sind als vergleichbare Tiere ihrer Rasse. Francis Galton war der Erste, der sich mit der Entwicklung und Vererbung menschlicher Intelligenz befasst hat. Er war der Vater der frühen Intelligenzforschung.” Galton, so muss man hinzufügen, was Sarrazin hinzuzufügen vergisst, war vor allem der Vater der modernen Eugenik. Und auch das ist eine der Hintertüren, die Sarrazin sich offenlässt: ein Buch, das faktisch für eine eugenische Demographie plädiert, hätte den Begriff verhandeln und im Sachregister aufnehmen müssen, statt ihn verschämt als Adjektiv im Strom der Gedanken untergehen zu lassen.

Wenn man sich den Galton-Eintrag bei der Wikipedia anschaut, findet man diesen interessanten Teil:

Seine Erkenntnisse über die Vererbung von Merkmalen übertrug er auch auf das menschliche Denkvermögen und führte den Begriff der Eugenik ein, worunter er eine Lehre verstand, die sich das Ziel setzt, durch „gute Zucht“ den Anteil positiv bewerteter Erbanlagen zu vergrößern.

Galton behauptete, dass alle Unterschiede zwischen den Völkern zwangsläufig genetischer Natur seien.[1] Die Angehörigen einer „niederen Rasse“, die von Weißen aufgezogen werden, behielten „eine wilde, unzähmbare Ruhelosigkeit“, die „den Wilden angeboren“[2] sei.

„Der Neger, der heute in den Vereinigten Staaten geboren wird, hat die gleichen natürlichen Eigenschaften wie sein entfernter Vetter, der in Afrika geboren wird; die Tatsache seiner Transplantation bewirkte keine Veränderung seiner Natur.“ [3]

In Hereditary Genius (1869) erörterte Galton die Möglichkeit, „die Rasse zu verbessern“. Er hoffte auf eine Zivilisation, „wo der Stolz auf die Rasse ermutigt würde“.[4] Zugleich erklärte Galton, dass „es eine größtenteils völlig unvernünftige Sentimentalität gegenüber der schrittweisen Auslöschung einer niederen Rasse gibt“.[5] Zu einer möglichen Vorgehensweise erklärt er:

„Die Möglichkeit der rassischen Verbesserung einer Nation hängt von deren Fähigkeit ab, die Produktivität des besten Erbgutes zu erhöhen. Dies ist weitaus wichtiger als die Unterdrückung der Produktion der Schlechtesten.“[6]

Letzteres nennt man heute Elterngeld.

5 Comments for “Sarrazin und die Eugeniker”

  1. 1Jaquento

    Letzteres nennt man heute Elterngeld.

    Oder wie Volker Pispers es nannte, “Interlektuellen Wurfprämie”.

  2. 2So desillusioniert, dass bereits wieder die Hoffnung beginnt (John Dean) ;-)

    Du willst ja nur in Abrede stellen, dass die bösartig-muslimischen Integrationsverweigerer eine rapide Verdummung des deutschen Genpools bewirken! Der Aufrüttler Sarrazin, der ja lediglich die statistische Fakten kund tat, zwecks Rettung des Abendlandes, wird nunmehr von linksgrünen Jakobinern von Schauprozess zu Schauprozess gejagd, weil diese die Wahrheit nicht wahr haben wollen.

    Und, war Galton denn kein Wissenschaftler?

    ;-)

  3. 3jamblich

    nachlesen:
    Zitelmann, Hitler; Kershaw, Hitler; Hitlers Weltanschauung; Hamann, Hitlers Wien; Sozialdarwinismus; Wilson, Soziobiologie; Bayertz (u.a.), Rasse, Blut und Gene; M. Himmelfarb, poverty; Malthus, Works; C. Amery, Vorsehung etc., etc.
    Alles vergessen?
    Übrigens: Galton u.a. britische Eugeniker schickten Hitler nach der Machtübernahme Glückwunschtelegramme, weil seine Politik in die richtige Richtung ginge.
    Man hat vergessen, dass Hitler modern war.

  4. 4linksundliberal

    @jamblich:
    Links wären schon mal ein Gewinn.

    Längere Ausführungen erst recht.

    Ich verstehe vielleicht aus diesem Sammelsurium der Begriffe, was Du sagen willst. Viele Leser und Diskussionsteilnehmer aber nicht. Ist das nicht schade?

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